St. Peter und Paul zu Tiefthal

Tiefthaler hauen auf den Putz

Tiefthaler hauen auf den PutzIm Verlaufe ihrer nunmehr über 500jährigen Geschichte wurde die Tiefthaler Kirche immer wieder umgebaut oder restauriert. Nach einer im Turmknopf vorgefundenen Urkunde führten zwei Meister im Jahre 1668 Restaurierungsarbeiten des Turmes sowie des Turmknopfes durch. Aus einer weiteren Schrift geht hervor, dass 1751 ein Blitzeinschlag erhebliche Schäden am Turm und am Kirchendach verursachte. Durch abermaligen Blitzschlag wurden 1794 wiederum Schäden am Kirchturm sowie Kirchendach hervorgerufen, welche erst endgültig im Jahr 1796 für 280 Taler repariert waren. Im Jahre 1719 hatte das Uhrwerk des Turmes ausgedient. Daher sollte es nach Gotha zu Ausbesserungsarbeiten gebracht werden. Offenbar lohnte eine Reparatur jedoch nicht mehr, weshalb sie gegen einen neue getauscht wurde.

Treppenaufgang außen

Treppenaufgang außen

Im Jahre 1797 bekam der Turm eine neue Turmhaube – übrigens die Haube, die der Turm auch heute noch trägt. Im selben Jahr wurden auf der nördlichen Kirchenschiffseite Fenster eingebaut. Davor zeigten die Fenster ausschließlich in Richtung Osten und Süden. 1869 erhielt die Kirche für 422 Taler ein Schieferdach. Im selben Jahr verschönerte man den Kirchturm und vergoldete für 13 Taler den Turmknopf. Von 1889 bis 1899 wurden erhebliche Umbauarbeiten vorgenommen, die das Aussehen der Kirche im Inneren sowie im Äußeren verschönerten. Ein 1715 erbauter äußerer Treppenaufgang bekam eine neue Gestalt. Die Empore, die über die Treppe zu erreichen ist, wurde erneuert und eine neue Orgel auf der Empore eingebaut. Des Weiteren wurden die Kirchenfenster mit Spitzen versehen sowie die Kanzel und der Altaraufbau restauriert. 1920 wurde schließlich das ausgediente Uhrwerk restauriert.

ein Fenster von innen

ein Fenster von innen

Obwohl bauliche Schäden an der Kirche auch zu DDR-Zeiten durch das große Engagement der Tiefthal immer wieder repariert wurden – etwa 1966, 1975/76, 1982, 1985 und 1987 befand sich die Kirche noch 2002 in einem schlechten baulichen Zustand. Zwar war das Dach zuletzt Mitte der 90er Jahre neu gedeckt worden, aber Baufachleute hatten festge­stellt, dass der in den 80er Jahren aufge­brachte Betonputz zu Feuchtigkeitsschäden führte; durch die Fenster zog der Wind und die Bögen der Fenster wiesen Risse auf. Ein Kostenvoranschlag für alle erforderlichen Rekonstruktionsmaßnahmen im Kirchenschiff belief sich auf ca. 60.000 Euro. Weil die mündlich schon zugesagten Denkmal­schutzmittel ausblieben, wurde die Rekon­struktion des Kirchenschiffes Anfang 2003 in Eigenhilfe mit Unterstützung der Tiefthaler Vereine in Angriff genommen. Die Tiefthaler hauten kräftig und effektiv auf den Putz: Nach nur einem halben Jahr Generalsanierung in Eigenregie nahmen die Tiefthaler am 1. Juli 2003 mit einem Dankeschön-Gottesdienst ihre neue, alte Kirche wieder in Besitz. Höhepunkt der vielbeachteten Gemeinschaftsaktion war die Rekonstruktion der Kirchenfenster durch Spenden von Tiefthaler Familien und durch Lottomittel des Thüringer Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

2005/2006 erfolgte schließlich die Sanierung der 1898 erbauten historischen Ladegastorgel, die seit den 60er Jahren nicht mehr bespielbar gewesen war. Auch hier brachten die Tiefthaler durch großzügige Spenden mehr als ein Drittel der Sanierungskosten von Insgesamt 42.000 Euro auf.

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